Vitalpin: "Be/r\gegnungen"

Stillstand ist keine Option: Experten über den Wandel in der Kommunikation

Vitalpin Season 3 Episode 5

„Der ständige Wandel in Technologien und Märkten und auch in der Gesellschaft fordert von uns permanente Anpassungsfähigkeit. ... Der Erfolg von gestern garantiert nicht die Relevanz von morgen.“       
Hannes Gasser, Gründer & CEO Brandnamic

Kommunikation im Wandel. Wie agiert man in einer schnelllebigen Zeit richtig? Wie kann die Tourismusbranche sich darauf einstellen? Spannende Keynotes im Rahmen des ersten VITALPIN Alpenimpulses am Brandnamic Campus in Brixen (Südtirol) haben viele Antworten geliefert.

Drei Expert:innen – Hannes Gasser, Gründer und CEO von Brandnamic, Sabine Gamper, Leiterin der Dolomiten-Wirtschaftsredaktion und des Wiku Magazins, sowie Manolito Licha, TV-Moderator und Kommunikationstrainer – liefern Impulse zu Veränderungsprozessen, Medienarbeit und authentischer Wirkung. 


Warum ihr reinhören solltet:

🎯 Relevanz in der schnelllebigen Medienwelt: Wie Pressearbeit heute funktioniert – und warum gute Geschichten schnell, klar und emotional erzählt sein müssen, um von Medien aufgegriffen zu werden.

🚀 Veränderung als Wachstumsmotor: Warum echte Innovation nur dort entsteht, wo man Risiken zulässt, Fehler als Lernchance sieht – und den Mut hat, vor dem Mainstream neue Wege zu gehen.

🎙️ Wirkung statt Worte: Wie Stimme, Körpersprache und Erzählweise entscheiden, ob eine Botschaft hängen bleibt – oder einfach verpufft.

Die anschließende Podiumsdiskussion brachte viele wertvolle Einblicke und neue Ideen. Kommunikation ist wichtig für die Tourismusbranche – nicht nur für Sichtbarkeit, sondern für Vertrauen, Dialog und zukunftsfähige Entwicklung. 

🎧  Diese Folge des VITALPIN-Podcasts „Be/r\gegnungen“ gibt Einblicke in die Veranstaltung am Brandnamic Campus – mit ausgewählten Tipps des Alpenimpulses. 

Transkript Podcast zum Alpenimpuls 

 

Manuel Lutz:

Wir sind heute hier am Brandnamic Campus in Brixen in Südtirol im Namen des 1. VITALPIN Alpenimpulses. Unser Jahresthema Kommunikation stand im Fokus. Wir hatten 3 ganz tolle Keynotes. Hannes du bist Gründer und Geschäftsführer von Brandnamic und hast gerade mit deiner Keynote zum Thema „Chance, Change, Challenges“ begeistert. Nun erzähl mal: warum ist das Thema Veränderung so wichtig für dich? Was sollen die Hörer:innen mitnehmen? 

Hannes Gasser: 

ich möchte mit einer kleinen Geschichte beginnen und zwar mit der Geschichte von diesem Gebäude und ich hoffe, dass das, was wir damals erlebt haben, auch für euch heute dementsprechend ein Startpunkt für Inspiration sein kann. Wir waren vor einigen Jahren vor dem Haus am Parkplatz und dann ist uns die Möglichkeit geboten worden, dieses Gebäude einzuziehen. Und dieses Gebäude beschreibt eigentlich alle drei Wörter, die was ist oben 6 und das war für uns definitiv ein ganz ganz wichtiger Meilenstein unabhängig von der Kommunikation aber von dem wie wir dann gewisse Dinge in der Zukunft angegangen sind und diese drei Begriffe sind wichtig für uns auch und ich glaube jetzt in dem Zusammenhang noch mal wichtig zu erklären um was es da geht. Der ständige Wandel in Technologien und Märkten und auch in der Gesellschaft fordert von uns effektiv permanente Anpassungsfähigkeit. Und die Chance ist dahinter, dass jede Veränderung eine Chance mit sich bringt. Vor allem für Wachstum und Innovation. Und gleichzeitig gibt es aber auch die Herausforderungen. Und Herausforderungen das sind einfach Tests. Wir sehen das so, das sind Tests, wie man Wachstum und Fortschritt überhaupt erst möglich macht. Und eine Sache, die uns dann ganz klar aufgefallen ist, auch Unternehmen und Unternehmer, die de facto diese Dynamik verstehen, die gestalten ihre Zukunft proaktiv. Und das ist glaube ich auch in der Kommunikation ganz ein wesentlicher Trigger. 

Manuel Lutz:

In deinem Impuls sprichst du von den Fehlentscheidungen Kodak’s & Nokia’s. Aber was machen denn erfolgreiche Marktteilnehmer anders? 

Für mich ganz einfach, Achtung: der Erfolg von gestern garantiert nicht die Relevanz von morgen. Das heißt, die erfolgreichsten Marktteilnehmer arbeiten an Trends, arbeiten im Voraus und schauen, was funktioniert, bevor sie sich definitiv an den Mainstream wenden. deswegen ist es ganz, ganz wichtig, dass wir prinzipiell versuchen müssen, eine Innovationskultur aufzusetzen. Das heißt, die Transformation ins Neue ins Unbekannte, die funktioniert meistens, wenn man bereit ist, Risiken einzugehen und vor allem auch, wenn man bereit ist zu experimentieren. Und die Veränderung ist effektiv der Schlüssel zu persönlichem Wachstum, zu Innovation, zu Krisenbewältigung und, das ist mir ganz wichtig, auch zur Kundenzufriedenheit. Und aus unserer tagtäglichen Praxis wissen wir, dass Unternehmen sich zu oft auf das Unternehmen konzentrieren und zu wenig auf die Kunden. Und da, glaube ich, darf man nicht vergessen, und das ist eine Wahrheit, die immer eigentlich gültig ist, Kunden kaufen keine Produkte. Das ist ganz, ganz wichtig. Und das ist, glaube ich, das Fundamentale, die fundamentale Wahrheit über die Kunden. Das wissen wir auch im Tourismus. Wir verkaufen nicht das Horte Bett. Der verkauft Emotionen, der verkauft Gefühle, der verkauft Stimmung, der verkauft mehr. Und genau deshalb ist es wichtig, dass man in diesem ganzen Prozess den Kunden nicht ausrochelt lässt, sondern wir müssen da schauen, für was interessiert sich der Kunde. Und beziehungsweise welches Problem lösen wir dem Kunden. Und welchen Nutzen stiftet möglicherweise die Lösung, die wir anbieten für den Kunden. Man könnte auch sagen, niemand kauft eine Bohrmaschine, wegen der Bohrmaschinewille. Also außer man ist vielleicht der Handwerker, ich brauche jetzt einfach die neue Bosch GX10, die muss ich einfach holen, denn die hängen immer da rauf. Wenn ich eine Bohrmaschine brauche, dann gehe ich da eher nicht rational zu dem ganzen Thema drinnen. Ich kaufe eine Bohrmaschine prinzipiell, weil ich ein Loch in die Wand bohren will. wir müssen einfach auch denken, Produkte sind austauschbar, speziell im Tourismus auch, Lösungen nicht. Und genauso geht es auch mit Themen, was stark positionierte Produkte angeht. Das heißt, wir müssen uns in Zukunft einfach auch stärker der Herausforderung stellen, dass wir uns nicht auf den Bohrer konzentrieren, sondern auf die Löcher in der Wand.

Manuel Lutz:

Lito, du bist Kommunikationstrainer und TV-Moderator. Es gibt bei TV Interviews immer ganz viele Fehler. Kannst du unseren Zuhörer: innen ein paar Tipps geben und was bedeutet für dich überhaupt Kommunikation? 

Manolito Lichat: 

Kommunikation ist nicht das, was ich sage, nicht das, was ich ausschicke, sondern Kommunikation ist das, was bei dir ankommt. Wir kümmern uns viel zu sehr das Gesagte, viel zu sehr den Inhalt und viel zu wenig, sage ich mal, das Transportmedium. Wir sind nur so gut, wie wir kommunizieren können. Und deshalb müssen wir besser werden. Drei Schritte, sehr schöner langer Titel, wie meine Präsentationen, Interviews, Kommunikation mit den Medien künftig besser werden.

Vorbereitung. Der erste Punkt ist eigentlich völlig logisch und man denkt sich ja Hausverstand. Aber ihr werdet nicht glauben, wie oft ich es erlebt, dass Menschen über Dinge sprechen, vor denen sie offensichtlich keine Ahnung haben, obwohl sie darin Experten sein sollen. Das sind dann auch die Momente, wo man sich verhaspelt, wo dann Aussagen rauskommen, die so nicht gedacht sind, die dann aus dem Kontext gerissen werden und es gibt dafür einfach keine Entschuldigung. Das sind so Dinge, kenn dich aus in deinem eigenen Haus, die nicht passieren müssen, wenn euer Fachgebiet der Tourismus ist und jetzt geht es den Sommer-Tourismus und es geht jetzt die aktuellen Statistiken, dann kennen die Statistiken bevor du eine Situation gehst, wo dich das jemand fragen kann. Punkt Nummer zwei. Ich habe mal einen Schüler gehabt, der hatte das heiße Thema Wolf zum Beispiel. Der war jahrelang in Österreich und Tirol großes Thema. Ich glaube, er war in Südtirol auch, oder? Der Wolf, das macht man damit. Da ist oft damit konfrontiert worden, hat immer wieder das Problem gehabt, da ... Ja, er weiß schon, dass das kommt, aber er ist jedes Mal irgendwie neu überrascht und weiß nie ganz, wer antworten soll und dann entsteht jetzt mal eine andere Aussage. Und was mir gemacht ist, wir haben Statement-Bausteine zu seinen heißesten Themen vorbereitet. Im Endeffekt heißt es, dein Thema ist Wolf, überleg dir drei Statements wie Legosteine zu dem Thema, die du in deiner Westentasche immer parat hast. Sodass in jeder möglichen kritischen, direkten Konfrontation du dieses Thema rausziehen kannst und auf den Tisch legen kannst. Sommer-Tourismus, im letzten Podcast von Vitalpin ging es Sommer-Tourismus. Drei Punkte zum Sommer-Tourismus. Die hast du immer dabei. Und wenn du sie brauchst, zieh sie raus.

Und das dritte ist natürlich Training, Training, Training, Kommunikationsfähigkeiten verbessern. Das ist wie beim Sport, das ist nichts, wir geben hier Tipps und Tricks und dann sind alle besser. Das geht wirklich nur mit tun. Wenn ihr die Chance habt und das in eurem Beruf halt so sein soll oder es erfordert, nützt ihr die Gelegenheit.

Manuel Lutz:

Welche Tips hast du denn, damit man bei einem Interview oder einer Präsentation wirklich gut bei der Audience ankommt? 

Manolito Lichat: 

Es gibt viele Aspekte in diesem Drei Punkte. Sprechtempo. Die meisten Menschen sprechen immer im selben Tempo. Das heißt, ich rede immer so, egal was ich erzähle. Es geht immer so weiter. Es gibt keine Punkte. Es gibt keine Pausen. Das ist aber der Moment, wo ich Akzente setzen kann. Das heißt, wenn es energischer ist. Wenn es ein heißeres Thema ist, rede ich mal schneller. Und wenn ich dann aber zum entscheidenden Punkt kommen will, dann werde ich langsamer, mache mehr Pausen und lege jetzt in dem Moment ein Gewicht auf das, was ich sage. Das ist im Interview die Methode, wie ich meine Botschaften so platziere, dass sie am meisten in Erinnerung bleiben.

Volumen. Volumen ist … man könnte dann auch lauter werden, mit mehr Volumen sprechen. Das stärkt dann, je nach Situation, noch die Kompetenz. Kommt auch darauf an, in was für einem Umfeld man ist. Je größer die Bühne, desto mehr Energie, desto mehr von sich selbst muss man auf den Tisch bringen. Wenn ihr jetzt beim Kaffee sitzt zu zweit, werdet ihr nicht vor zehn, vor Volumen mit eurem Gegenüber kommunizieren. Das wirkt dann ziemlich schräg. Allerdings, wenn ich jetzt eher jemand bin, der leise kommuniziert und immer nur so und... muss jetzt das Wichtigste kommunizieren, vielleicht für eine Firma. So versteht man mich schlecht. Es wirkt auch bisschen ängstlich, es wirkt unsicher. Das heißt unbedingt aufs Volumen achten. Das kann jeder für sich üben. 

Tonalität ist die Emotion. Das heißt, wenn ich was witziges sage, lächle ich dabei, es soll ja lustig klingen. Wenn es jetzt ein ernsteres Thema ist, geht auch das Gesicht mit, die Mimik spielt mit und das Ganze klingt ernster. Also es ist der Vibe, ist die Stimmung, es ist das Gefühl, was mit deiner Botschaft mitschwingt. Auch die trägt dazu bei, dass es lebendig und unvergesslich bleibt. Und wird und in Erinnerung bleibt. So platziert man Botschaft.

Wie bringt man eine Geschichte rüber? Ich berichte sie nicht. Ich erlebe sie wieder. Stell mir die Bilder vor, die Gefühle, die mit einer hergehen. Das macht dann die Details aus. Und natürlich übe deine Geschichte. Je öfter mal Geschichte erzählt, desto besser wird sie. Warum? Weil man weiß, wo kommen die wichtigen Stellen. Auch wenn ich sie im Kopf kenne und ich sie noch nie erzählt habe, weiß ich nicht ganz, wo leg ich jetzt die Betonung drauf. Es ist wie bei einem Witz. Wenn man einen Witz kennt... Man hat es zehnmal erzählt, beim zehnten Mal ist es besser, weil man weiß, wo kommt die Pointe, da muss man Pause machen, eine Kunstpause oder da muss man jetzt einen Erschreckensmoment einbauen oder was auch immer. 

Manuel Lutz:

Oft kommen wirklich unvorhergesehene, kritische Fragen daher. Wie kann man darauf reagieren? 

Manolito Lichat: 

Komplexer Punkt, denn ganz vorbereitet kann man auf kritische Fragen nie sein, aber man kann sich gut möglichst vorbereiten auf die Situation, wenn man weiß, wenn man jetzt natürlich, wenn es an der Tür klingelt und steht jemand mit dem Mikrofon, so ein überraschendes Interview, ist immer ein bisschen schwierig. Aber meistens weiß man ja, es kommt ein Interview auf mich zu und was ist denn ungefähr das Thema, was ist denn gerade, ist es der Sommertourismus, ist es der Wolf. Dann ist wichtig, nicht in die Verteidigungsposition zu gehen, sondern bei seiner Botschaft hängen zu bleiben. Mehr agieren als reagieren, auch wenn man Fragen gestellt bekommt. Da gilt die Macht der Pause. Das heißt auch, wenn die Frage ein bisschen aggressiver ist. Abwarten, erstmal durchschnaufen, analytisch bleiben. Eine Pause ist nicht eine Unterbrechung der Kommunikation, sondern nur eine Unterbrechung der Worte. 

Manuel Lutz:

Das war ein sehr wertvoller Input. Aber oftmals möchte man auch proaktiv tolle Neuigkeiten und Meldungen an die Medien schicken. Sabine, du bist die Expertin, du bist Leiterin des Wirtschaft Resorts der Dolomiten. Kannst du uns ein wenig aus deiner täglichen Arbeit berichten, warum ist es oft so schwierig die eigenen Pressemitteilungen unterzubringen? 

Sabine Gamper:

Wir stellen uns ja jeden Tag wieder die Frage, welche Themen bewegen den Leser? Welche Tourismus-Themen bewegen den Leser? Ist es wirklich immer Overtourism? Gibt es vielleicht noch irgendwas anderes, was in Frage kommen könnte. Jetzt muss ich vielleicht vorausschicken: Es knüpft ein bisschen ans Thema vom Hannes an. Es geht Veränderung. Es ist in den letzten Jahren wirklich für die Kollegen von den Presseabteilungen schwieriger geworden ihre Pressemitteilungen in den Medien zu platzieren. Die Medien und die Leser und die Bedürfnisse der Leser haben sich wirklich in den letzten Jahren stark geändert. Es ist viel schwieriger geworden, die Leser abzuholen, ihnen Geschichten zu bieten, wo sie sagen, ja, ich kaufe die Zeitung, ja, ich mache ein Online-Abo. Es ist immer schwieriger geworden, die Leser zu begeistern und ihnen Geschichten zu bieten, sie wirklich reizen.

Manuel Lutz:

Was gefällt denn dem Leser? 

Sabine Gamper:

Die Geschichte, das Thema muss einmal aktuell und relevant sein. wenn Sie vielleicht, wenn heute was politisch entschieden wird und der Verband, der Verein, die Organisation möchte etwas dazu sagen, dann bitte gleich, bitte am selben Tag, möglichst in den nächsten zwei, drei Stunden, nicht erst sieben auf Nacht und nicht erst drei Tage später. Das hat sich auch geändert, die Zeiten sind auch viel kürzer, wir müssen online auch viel schneller reagieren und auch im Print viel zügiger sein. Die Geschichten sollen logisch spannend sein, sie sollen überraschend sein, sie sollen Emotionen hervorrufen. Der Leser will was Außergewöhnliches, Gewöhnliches hat er in seinem Alltag viel zu viel. Er will was Tolles lesen. Und Geschichten können, Themen können nützlich sein. Wir haben jetzt gesehen, in den letzten Monaten, die ganzen Artikel zum Thema Neuigkeiten bei Privatvermietungen, was da geplant ist, die waren eigentlich recht gut gelesen. Man sieht also auch Artikel, Themen, auch einen Nutzwert für eine breitere Gesellschaftsgruppe oder eine breitere Schicht von Lesern haben. Die kommen wirklich gut an. Deswegen muss man halt im Umkehrschluss dann auch sagen, die 0815 Aussendungen zu Veranstaltungen die werden es immer schwieriger haben, es in die Medien zu kommen. 

Manuel Lutz: 

Wie schreibt man eine gute Pressemitteilung? 

Sabine Gamper:

Tipp gleich, sofort in der Überschrift schreiben, klar und aussagekräftig. das Thema geht es, das wollen wir jetzt kommunizieren. In der Einleitung sofort die 5 W Fragen beantworten und erklären. dieses Thema geht es jetzt, damit der Journalist innerhalb von wenigen Zeilen schon weiß, das ist die Geschichte und damit er sie einschätzen kann und damit er dann auch vielleicht gleich schon sagen kann, „oha, das ist jetzt aber sehr spannend. Das ist Aufmacher verdächtig. Da kann ich gleich nochmal jemanden kontaktieren, nochmal jemand anrufen. Die Geschichte wird jetzt groß.“ Oder ob er sagt, „ja, interessante Geschichte, aber die können wir kleiner fahren.“ Also das hilft dem Journalisten in seiner Arbeit wirklich sehr. Deswegen ist dort auch Tipp zu sagen, keep it short and simple, da gibt es die Regel oder den Spruch, keep it short and simple, das gilt eigentlich immer für eine gute Pressemitteilung. Und dann im Haupttext kann man gerne die Hintergrundinfos einbauen, die Zitate einbauen, Daten einbauen. Bei Zitaten würde ich raten, bitte auch mit Inhalt, nicht nur, ob man eine Floskel in den Mund legen, damit der Obmann zitiert ist, sondern was...irgendwas Knackiges, irgendwas, was er eine gute Figur macht. Ich bin gefragt worden, sollen wir Zahlen bringen? Weil es gibt ein gewisses Risiko, dass der Leser nicht mit Zahlen umgehen kann, dass er nicht weiß, Gewinn und Umsatz und danach auch eine große Diskussion herauskommt. Ich bin grundsätzlich der Meinung, Zahlen, ja bitte nicht zu viele.

Manuel Lutz: 

Wir haben sehr viele spannende Impulse zum Thema Kommunikation gehört. Und jetzt diskutieren wir hier in einer abschließenden Runde. Wo seht denn ihr die wichtigsten Ansatzpunkte? Was kann man in der Kommunikation künftig ändern in der Tourismusbranche? 

Hannes Gasser: 

Ich glaube, 40 % ist die Art und Weise, wie ich die Inhalte noch außentrage. Ich glaube, ist im Tourismus zurzeit eines der wichtigsten Dinge, die wir tun müssen. Wir müssen alle Stakeholder zusammenbringen und vor allem gemeinsam, vor allem gegen diese negative Stimmung. Das ist nicht gleich Südtirol, wir sprechen hier von Tirol, wir sprechen prinzipiell von allen Kulturstädten in Indofloren, in Rom und wie sie alle heißen mit ins Spiel. Also wir müssen da wirklich auch ganz gezielt dementsprechend den Bürgern auch clever vermitteln, dass es nicht alles schlecht ist, dass es nicht alles Overtourism ist, dass nicht alles Wohnungen an Touristen vermietet anstatt an Einheimische. Ich glaube da hat der Tourismus jetzt effektiv eine große Aufgabe, wo effektiv alle gefordert sind, hier in den nächsten Jahren das Bild zu drehen. Ob es ganz drehbar ist, ist die Frage. Aber so können wir die gewissen Dinge nicht stehen lassen. Es auch die mühseligen Diskussionen, die was jetzt alle kennt. Der Tourist fährt gratis mit den Bussen, der Einheimische muss zahlen. Verzerrte Wahrheiten, falsche Wahrheiten, Missmanagement in der Kommunikation. Da war es vor allem von allen Beteiligten selbst ein bisschen initiiert worden. Das Thema der Kommunikation, um das jetzt nochmal in den Raum für die heutigen Themen zusammenzufassen, ist eines der mächtigsten Instrumente, die wir einsetzen können, vor allem auch noch außen hin eine Wahrnehmungsverbesserung, Schrägstrich Veränderung, umsetzen zu

Manuel Lutz:

Hannes hat jetzt hier sehr gute Gedanken eingebracht. Vielleicht übergebe ich an dich Sabine. Was denkst du? Was nimmst du mit aus dem Tag heute, welche Meinung hast du dazu? 

Sabine Gamper:

Schwierig. Ich glaube, Diskussion ist mittlerweile schon sehr emotional geworden. dass man da schon fast, nicht zu sagen ganz, mit sachlichen Argumenten den Menschen, den Lesern, dass man die kaum mehr vermitteln kann. Ich verstehe natürlich den Leser oder ich verstehe auch die Südtiroler, die sagen, okay, der Tourismus wird mir zu viel. Wir wissen es alle. Es gibt die kritischen Situationen. Und dass dann der Südtiroler hergeht und sagt, okay, wird schon sein, dass ich selber schuld bin am Verkehr und nicht durch Tourismus. Aber trotzdem stört mich jetzt in diesem konkreten Moment, wenn ich mit meinem Auto von A nach B will, stört mich, dass Stau ist. Und dann nehme ich nicht mich in die Pflicht. Das ist ja ganz ein menschliches Verhalten wahrscheinlich, dass man die Schuld jemand anderem da gibt. Aber zurückzukommen, ich glaube, die Debatte ist schon sehr emotional und wie wir es in anderen Diskussionen im Land schon gesehen haben, man denke nur an die Seilbahndebatte in Meran, da kommt man dann mit sachlichen Argumenten immer weiter. Das wird jetzt ein großes Stück Herausforderung für die Touristiker grundsätzlich, da eine sachliche Kommunikation hineinzubekommen.

Manuel Lutz: 

Jetzt haben wir gehört es geht um eine sehr emotionale Debatte. Hannes, wie würdest du dem entgegensprechen oder auch entgegenwirken? Hast du Ideen? 

Hannes Gasser: 

Ich glaube wir müssen jetzt ins Dien Kemmen, so wir es so schön im Südtirolerischen sagen. Wir haben auch bei unterschiedlichen Sitzungen, wo gewisse Stakeholder zusammensitzen, effektiv definiert, es muss was getan werden. Ich glaube das ist jetzt das einzige, wo du heute die Menschen noch reell erreichen kannst und dann kommen wir wieder zum Verändern. Wir müssen was verändern, also aus der Theorie in die Praxis und gleichzeitig dann auch wieder in die Kommunikation. Und da ist natürlich jetzt schwierig, was verändere ich in der Praxis? Was gebe ich denn die Leute? Stellen Sie sich alle vor, dass Sie ab morgen gratis mit dem Zug und mit dem Bus und mit den Seilbahnen fahren. Ist dies ausreichend? Ich bezweifle, dass das auch der Grund ist, … Da wo man sagt, ich kriege das gebacken, da gilt es jetzt natürlich, Maßnahmenpakete zu schnüren, die wirklich auch einen Vorteil auf das ganze Thema bringen. 

 

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